Parodontitis ist eine chronische bakterielle Entzündung des Zahnhalteapparats. Sie tut lange nicht weh, baut aber unbehandelt den Kieferknochen ab und ist bei Erwachsenen der häufigste Grund für Zahnverlust. Sie lässt sich aufhalten, wenn sie erkannt und konsequent behandelt wird, mit Ihrer Mitarbeit zu Hause. Die Behandlung ist bei entsprechendem Befund Kassenleistung.
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Woran Sie es merken
Zahnfleischbluten beim Putzen, zurückgehendes Zahnfleisch, empfindliche Zahnhälse, Mundgeruch, lockere Zähne oder Zähne, die auseinanderwandern. Oft merken Sie lange nichts. Deshalb messen wir bei jeder Kontrolle die Zahnfleischtaschen; bei Neupatientinnen und Neupatienten ergänzt um einen Entzündungstest (aMMP-8), der aktive Entzündung anzeigt, bevor sie sichtbar wird.
So behandeln wir
- Befund. Taschentiefen, Blutung, Röntgen und Risikofaktoren wie Rauchen oder Diabetes. Sie bekommen den Befund erklärt und einen Plan nach der aktuellen Leitlinie.
- Vorbehandlung. Zahnreinigung, Anleitung zur Zwischenraumpflege, bei Bedarf Laser gegen die Keime in der Tasche (168 €).
- Reinigung der Zahnfleischtaschen. Unter örtlicher Betäubung entfernen wir Beläge und Ablagerungen auf den Wurzeloberflächen, mit Ultraschall, der gewebeschonender arbeitet als Handinstrumente allein, und mit dem Laser zur Keimreduktion.
- Kontrolle. Nach einigen Wochen prüfen wir, wo die Entzündung zurückgegangen ist. Tiefe Resttaschen behandeln wir gezielt nach, in seltenen Fällen chirurgisch.
- Nachsorge. Parodontitis bleibt eine chronische Erkrankung. Die unterstützende Parodontitis-Therapie (UPT) in festen Abständen, meist alle drei bis sechs Monate, hält das Ergebnis. Die Kasse übernimmt sie über zwei Jahre nach Befund; danach als privater Recall 168 € je Termin.
Zahnfleischrückgang und empfindliche Zahnhälse
Freiliegende Zahnhälse reagieren auf Kälte und sehen lang aus. Ursachen sind Parodontitis, aber auch zu kräftiges Putzen oder Zähneknirschen. Bei geeigneten Fällen lassen sich freiliegende Bereiche mit einem Bindegewebstransplantat vom Gaumen decken. Ob das bei Ihnen möglich ist, hängt von Ursache und Ausmaß ab; oft helfen zuerst eine geänderte Putztechnik und eine Versiegelung der Zahnhälse.
Parodontitis und Ihr Körper
Die Entzündung bleibt nicht im Mund. Parodontitis wird mit Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Risiken in der Schwangerschaft in Verbindung gebracht; umgekehrt heilt sie bei gut eingestelltem Diabetes besser. Mehr dazu: Parodontitis und Allgemeingesundheit. Vor einer Implantation behandeln wir eine Parodontitis immer zuerst, sonst gefährdet sie das Implantat.
Wer Sie behandelt
Dr. med. dent. M.Sc. Sandro Strößner hat Parodontologie im Masterstudium Orale Implantologie und Parodontologie (Steinbeis-Hochschule Berlin mit der Deutschen Gesellschaft für Implantologie) vertieft; die Behandlung folgt der aktuellen S3-Leitlinie. Die Vorbehandlung und die Nachsorge übernimmt unser Prophylaxe-Team mit fester Zuordnung.
Was es kostet
Die systematische Parodontitisbehandlung ist bei entsprechendem Befund Kassenleistung, ebenso die Nachsorge über zwei Jahre. Privatleistungen wie Laser, aMMP-8-Test (89 €) oder die Gesamtbehandlung als Privatleistung (2.100 €) stehen offen auf der Seite Was kostet was?
Fachlich verantwortlich: Dr. med. dent. M.Sc. Sandro Strößner, Zahnarzt, Master of Science Orale Implantologie und Parodontologie · Zuletzt geprüft: September 2026. Die Texte informieren allgemein und ersetzen keine Untersuchung.
Video
Kurz erklärt – aus unserer Praxis
Die Videos geben allgemeine Informationen und ersetzen keine individuelle Beratung; Behandlungsverlauf und -ergebnis hängen von den persönlichen Voraussetzungen ab. Alle Videos sind untertitelt. Mehr in der Mediathek und auf Instagram.
